
Nach den Kriegen kannte man die weitläufigen Länder im Herzen der nichtvergessenen Welt als die Verlorenen Länder. Kein Stein ließen die Kriege hier auf dem anderen, hier verlief die Front zwischen Feinden, deren Namen längst vergessen worden sind, hier blieben nur Ruinen und Schrott zurück; die verlorenen Lande waren zurück in ein Dunkles Zeitalter voller Aberglaube und Angst zurückgebombt worden. Kleine Orte, von Palisaden aus Schrott oder verwachsenem Holz und tiefen Gräben umgeben boten den letzten Überlebenden eine Zuflucht; Könige, Kriegsherren und Zauberer herrschten über die verstreuten Flecken menschlicher Existenz, teils mit roher Gewalt, teils mit List und Tücke, teils mit den letzten Bruchstücken alter Zeiten, dass sie im Staub fanden. Inmitten dieser Stimmung aus Aberglaube und Angst übersah man, wie außerhalb der Verlorenen Lande sich die Zivilisation aufs Neue erhob.
Bis der Kaiser kam.
Eine Ortschaft nach der anderen fiel unter die gnadenlose Herrschaft eines jener unzähligen Kleinfürsten dieser Zeit.
Wie schon so oft zuvor.
Doch dieser war anders. Man sagt er sei aus dem Wildland gekommen. Man sagt er sei aus einem Bunker aus der Zeit vor dem Krieg gekommen. Man sagt er sei ein Verstoßener Fürst von Necrotech gewesen, ein gefallener Prospektor; viel wurde gesagt, doch alles ist unwichtig. Diesen einen konnte niemand aufhalten. Er nannte sich Xerxes, und es ist nicht wichtig, ob es sein wahrer Name war, denn man kannte nur diesen Namen. Niemand schien ihn aufhalten zu können, ihn den König der Könige, den Lebenden Gott, den Kaiser der Welt. Ein verzweifeltes Bündnis unter Herzog Stephan von Carsalé überlebte zumindest die erste Schlacht gegen ihn.
Doch er wollte mehr Er wollte eine Hauptstadt die größer und glanzreicher sein sollte als alles in den Verlorenen Ländern. Er wollte PAX. Und vor den Toren PAXs endete Xerxes Geschichte.
Die neuen Herren der Welt kamen von überall in die fast aller Herrschaft beraubten Länder. Und so findet man noch immer unzählige kleine Ortschaften in den Weiten der Binnenländer. Für viele mögen sie noch immer primitiv und erbärmlich wirken, doch sind sie längst nicht mehr verloren. Viele unterstellten sich dem Pax Angelis, und langsam weicht die Angst dem Bewusstsein, dass man im Herzen einer neuerwachten Welt liegt. Und so sprechen auch wir nicht mehr von den Verlorenen Ländern, sondern von den Binnenländern, dem Innersten der prophezeihten Neuen Welt, und wir sind bereit ihnen aus ihrer langen Nacht zu helfen und sie in das Licht des Neuen Tages zu führen.
aus einem Seminar für Wanderprediger, PAX